Die Schäferei wird als eine der ältesten Berufszweige genannt, wobei ihre Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert lag. Seinerzeit besaß jedes Gut, ob klösterlich oder herrschaftlich, Schafe zum wirtschaftlichen Betrieb.
In einer Zusammenstellung des Klosters Theres aus dem Jahr 1641 für das Gut Birnfeld wird verzeichnet, dass für die Schäferei in guten Jahren 500 Gulden an Einnahmen veranschlagt sind, dass bis zu 400 Schafe gehalten werden können.
Die Schafe lieferten Milch, Fleisch, Fell und vor allen Dingen das Wirtschafts- und Handelsgut Wolle. Die Schafwolle war neben Flachs das Ausgangsprodukt für die Kleidung. Mit dem Aufkommen und mit der Verwendung von Baumwolle zur Textilherstellung wurde die Schafwolle verdrängt und verlor an Bedeutung.
Diese Entwicklung lässt sich auch in der Schafhaltung und im Tierbestand leicht nachvollziehen.
»Im Jahr 1799 den 30 Junius war der Schaafviehbestand folgender: In 508 Schäfereyen des Hochstifts, worunter begriffen sind 383 Zuchtschäfereyen, 75 Mastschäfereyen und 28 Zucht und Mastschäfereyen, war der Bestand 306.186 Stücke, von denselbigen wurden 54.009 in das Ausland verkauft.«
Demgegenüber stehen zum Vergleich im Jahr 2013 ca. 42.000 Schafe in Unterfranken, oder im Jahr 2022 in ganz Bayern 244.600 Schafe in der Nutztierhaltung.
Im Jahr 1815 war die Universität Würzburg im Besitz von 10 verpachteten Schäfereien, darunter auch die hiesige.
(Text: Alfred Lamprecht – Alle Rechte vorbehalten)