Ehemalige katholische Dorfschule

Wie uns der Kurzbeschrieb aus der Denkmalliste verrät, wird das Entstehungsjahr des Gebäudes „um 1800“ eingestuft.

Wie ärmlich, ja armselig, sich das Schulwesen im 19. Jahrhundert darstellt, können wir einer Beschreibung aus dem Jahr 1868 entnehmen:

»Schulhaus in Mitte des Dorfes, nächst der Kirche, 1-stöckig, sehr alt, ganz freistehend, ohne Hof und Garten; Lehrzimmer niedrig und beschränkt; 2 getrennte Wohnstübchen, sehr beschränkt, kleine Küche, Keller, Vieh- und Schweinstall unterm Hause; Holzlege und Futterboden angebaut.«
(Grübel, Schulen-Schematismus, Würzburg, 1868)

Und in diesem niedrigen und beschränkten „Lehrzimmer“ wurden zu jener Zeit sage und schreibe 45 Werktagsschüler „unterrichtet“. Die Kinder saßen dicht gedrängt wie Heringe, durch die kleinen Fenster kam kaum das Tageslicht, in der dunklen und kalten Jahreszeit versuchte eine Petroleumlampe die Düsternis etwas aufzuhellen und ein gusseiserner Ofen die zugige Schulstatt zu wärmen.

Für den Lehrer gab es Besoldungsholz im Wert von 14 Gulden, dazu Schulholz für das „Klassenzimmer“, 2 Tagwerk Dienstgrund, der selbst bebaut werden musste, Wertansatz 12 Gulden.
Für Kirchen-, Organisten- und Uhraufziehdienst sowie als Gemeindeschreiber konnte sich die Lehrkraft etwas dazuverdienen. Der Reinertrag belief sich auf 350 Gulden, der Nebenverdienst auf 64 Gulden pro Jahr. Ein Gulden entspräche heute ungefähr 10 Euro.

(Text: Alfred Lamprecht – Alle Rechte vorbehalten)

Dorfschule, kath. Schule bis 1878

Dorfschule ab 1878

Foto: Emil Dümpert

Birnfelder Schulkinder 1948/49

Ortsarchiv Birnfeld