Ein Schmied, der eines der ältesten Handwerke ausführen konnte, war für ein Dorf nahezu unverzichtbar. Er war zuständig vom Nagel bis hin zur Waffe. Auf dem Dorf war er als Werkzeug- und Gerätehersteller begehrt, vor allem aber als Hufschmied für die Zugtiere in der Landwirtschaft unverzichtbar.
Wurde zur Zeit der Amtsvogte der Gemeindeschmied während der entsprechenden Dorfversammlung gewählt und bestimmt, so konnten sich nach der politischen Neuordnung Interessenten für eine Dorfschmiede auf eine Zeitungsannonce hin bewerben. In einer Veröffentlichung im Schweinfurter Tagblatt vom 26. April 1866 lesen wir:
»Bekanntmachung.
Zur Weiterverpachtung der hiesigen Schmiede, als Wohnhaus, Oekonomiegebäulichkeiten, sämmtliches Schmiedshandwerkszeug, 2 Grundstücke, Krautfeld, eine Wiese, Gras- und Küchengarten, wird Tagfahrt [Anm. AK: = Versammlungstermin] auf Montag den 14. Mai ds. Js. im Wirtshause dahier anberaumt und pachtlustige Schmiedemeister, mit guten Zeugnissen
versehen hierzu eingeladen. Bermerkt wird, daß die Pachtzeit Micheli ds. Js. beginnt und die Pachtbedingnisse vor dem Verstriche bekannt gemacht werden. Nähere Auskunft ertheilt während dieser Zeit der Unterzeichnete. Birnfeld, 20. April 1866. Die Commission: Weigand, Vorst.«
Im Dorf befanden sich im 20. Jahrhundert noch zwei Schmieden. Zum einen am westlichen Dorfeingang die Schmiede von Fridolin Kaufmann (heute Haßbergstr. 2) und zum anderen, zentraler gelegen (heute Haßbergstr. 25), die Schmiedewerkstatt von Johann Wolz.
Beide Gebäulichkeiten bestehen heute nicht mehr.
(Text: Alfred Lamprecht – Alle Rechte vorbehalten)